Wolfgang Frankenstein (*1918)
1953 siedelte Wolfgang Frankenstein als Meisterschüler von Heinrich Ehmsen nach Ostberlin über, er beendete sein Wandbild im Kulturraum des Jugendwerkhofs Erkner und begab sich auf eine Studienreise nach Italien. Drei Säulen bestimmten von nun an den weiteren Verlauf seines Berufslebens: Wolfgang Frankenstein arbeitete 20 Jahre als Professor für Kunsterziehung in der DDR und war von 1969 bis 1983 Leiter des Bereichs Kunsterziehung an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er übernahm regelmäßig Aufträge zur Ausgestaltung von Gebäuden, z.B. 1965/66 die Mosaikwand in der Dynamo-Schwimmhalle Berlin-Weißensee und 1986 Bilder zur Geschichte der Arbeiterbewegung auf 18 Keramikfliesen im Berliner U-Bahnhof Magdalenenstraße. Nicht zuletzt hatte der Maler seit 1953 immer wieder Auslandsreisen unternommen, darunter1959 Frankreich, 1963 Ägypten, 1964 Sowjetunion, 1976 Norwegen, 1986 Spanien. Zwischen 1970 und 1981 verkaufte der Künstler über 60 Tafelbilder, meist Landschafts- oder Stillleben, an das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR. Es waren gerade Landschaftsmotive, mit denen die Staatsrepräsentanten nach außen – abseits von der großen Geste der klassenkämpferischen Selbstdefinition – zu einem „normalisierten“ Bild vom sozialistischen Staat beitragen wollten.
(Simone Tippach-Schneider: Aus dem Katalog „Lebens-Mittel Kunst“, Ausstellung mit Bildern aus dem Kunstarchiv Beeskow und der Artothek der Sozialen Künstlerförderung Berlin, 2007.)
Wolfgang Frankenstein,
Wolga bei Wolgograd, 1968, Öl auf Hartfaser