Herbert Bergmann-Hannak (*1921)
Herbert Bergmann-Hannak arbeitet gerne mit eigenwilligen Mitteln wie Kugelschreiber und Filzstiften auf unkonventionellen Malgründen wie alten Rechnungen. Seine Bilder über Krieg, Militarismus, Kirche und Theater scheinen folkloristisch und sind doch surreal. Der Künstler reproduziert detailreich die Welt seines Gedächtnisses und beunruhigt mit quirligen Figuren und Formsequenzen. Diese Bilder hat er selten verkauft. Viele landeten im Ofen, weil er keinen Platz hatte oder er übermalte sie. Das Geld war nicht wichtig, es hat ausgereicht. Eigene Einnahmen brachten vor allem Aufträge für architekturgebundene Kunst, wie z.B. 1960 der Glasmosaikbrunnen in der Storkower Straße in Berlin. Außerdem leitete er viele Jahre einen Zeichenzirkel für Kunsterzieher in Oranienburg bei Berlin. Dafür erhielt er vom Kulturfonds wöchentlich fünfzig Mark. Seine ersten und bisher letzten Kataloge finanzierten ihm 1993, 1998 und 2004 gute Freunde und Bekannte.
(Simone Tippach-Schneider: Aus dem Katalog „Lebens-Mittel Kunst“, Ausstellung mit Bildern aus dem Kunstarchiv Beeskow und der Artothek der Sozialen Künstlerförderung Berlin, 2007.)
Herbert Bergmann-Hannak,
Aus dem Produktionsgeschehen, 1975, Öl auf Hartfaser