Curt Querner (1904 – 1976)
Immer wieder malte Curt Querner das gleiche Stückchen Erde – sein Heimatdorf Börnchen, neun Kilometer südlich von Dresden in 400 m Höhe gelegen, und die Landschaft bei Karsdorf. Diesen Blick auf das Nachbardorf hatte der Künstler mehrmals im Jahr gesucht. Er ging den Weg aus Börnchen hinaus zum Lerchenberg und nahm sich vor Karsdorf regelmäßig das Motiv mit dem ehemaligen Gutshof im Hintergrund vor. Am Häufigsten stellte Querner die Landschaft zu unwirtlichen Zeiten dar, im kargen Vorfrühling und im rauen Spätherbst, da sie dann am kräftigsten in den Farben war. Der Maler wählte wie so oft einen erdig warmen Grundton, eine Fülle von Ocker- und Braunabstufungen. Eine bemerkenswerte Rolle spielt das Blau, dass sich im Himmel wie auf den Giebeln der Häuser, den Ästen der Bäume und den Schatten des Gestrüpps wieder findet. In dieser Vorerzgebirgslandschaft fand Querner die ungewöhnlichen Alltäglichkeiten, die andere Künstler auf ihren Reisen um die Welt für sich entdeckten. Er wollte sich nicht mit dem Ungefähren zufrieden geben, auch deshalb beharrte er auf der vertrauten Landschaft und hielt es für notwendig, viele Male dasselbe zu tun.
(Simone Tippach-Schneider: Aus dem Katalog „Ein weites Feld. Landwirtschaft in der Malerei der DDR“, Ausstellung des Kunstarchivs Beeskow, 2005.)
Curt Querner,
Märzabend bei Karsdorf, 1953, Öl auf Hartfaser