Blick in die neue Gemälde-Zuganlage,
Foto: Kevin Fuchs © Kunstarchiv Beeskow




Ulla Walter, Porträt Konrad Bauer, 1988 © Künstlerin, Kunstarchiv Beeskow

Feierliche Eröffnung des neuen Depots des Kunstarchivs Beeskow mit Jazzposaunist Conny Bauer
29. Mai 2019, ab 14 Uhr

Das Kunstarchiv Beeskow beherbergt einen außergewöhnlichen Bestand bildender Kunst, der vor 1990 im Besitz von Parteien, Massenorganisationen und staatlichen Einrichtungen der DDR war. Diese zufällige wie abgeschlossene Zusammenstellung staatlich finanzierter Werke bietet heute facettenreiche Einblicke in das Kultur- und Kunstsystem der DDR: Hier können politische und gesellschaftliche Normen abgelesen, aber ebenso bildnerischen und ästhetischen Qualitäten nachgespürt werden.

Großformatige Ölgemälde, fragile Papierarbeiten, schwere Bronzebüsten, feine Keramik, aufwendig geknüpfte Wandteppiche – nicht nur die Quantität, besonders die Vielfalt des Beeskower Bestands verlangt eine Depotanlage, die für jedes Werk einen adäquaten Standort bietet. Mittels des Förderprogramms Invest Ost konnte eine solche sachgerechte Unterbringung geschaffen werden. Im Rahmen von Führungen, Veranstaltungen und Studioausstellungen ist es nun möglich, die Kunstwerke für eine breite Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen.

Diese Erneuerung wird nun am 29. Mai 2019, ab 14 Uhr in Anwesenheit der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. Martina Münch, dem Landrat des Landkreis Oder-Spree Rolf Lindemann sowie dem Bürgermeister der Stadt Beeskow Frank Steffen gefeiert! Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kunstarchivs führen durch die neuen Räumlichkeiten, im Freien können Groß und Klein sich bei einem Wandbild-Workshop des Künstlerduos Various&Gould inspirieren lassen oder einfach bei einem kühlen Getränk den Frühsommer genießen. Zum Abschluss dieses festlichen Nachmittags und zu Ehren der Kunst spielt der renommierte Jazzposaunist Conny Bauer.

Im Rahmen der Eröffnung wird u.a. das Ausstellungsprojekt „über sehen. Bronzeplastiken aus dem Kunstarchiv Beeskow“ vorgestellt. Es ist das Ergebnis eines Seminars, das im Wintersemester 2018/19 im Institut für Kunst- und Bildgeschichte der HU Berlin und im Kunstarchiv Beeskow unter der Leitung von Prof. Dr. Katja Bernhardt stattgefunden hat.

Zur Feier des neuen Depots werden auch an den darauf folgenden Tagen (30.5. – 2.6.) je zwei Führungen um 11 Uhr und um 14 Uhr kostenfrei angeboten. In abwechslungsreichen 60 Minuten lernen alle Interessierte die verschiedenen Teilbestände kennen und erfahren zudem anhand von Beispielen vieles über die Kulturpolitik der DDR sowie die Geschichte des Kunstarchivs. Treffpunkt ist der Empfang der Burg Beeskow.

Die Ausstattung und Umrüstung von Regalanlagen des neuen Depots des Kunstarchivs Beeskow wurde gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und des Landkreis Oder-Spree.

Das Kunstarchiv Beeskow finden Sie auf der Spreeinsel Beeskow in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg Beeskow, Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow.

Programmablauf
Festakt, ab 14 Uhr:

Grußworte

Dr. Martina Münch
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Rolf Lindemannbr> Landrat Landkreis Oder-Spree

Frank Steffen
Bürgermeister Stadt Beeskow

Gespräch zur Geschichte und Zukunft des Kunstarchivs Beeskow mit

Herbert Schirmer
Vorsitzender Forum Kunstarchiv e.V.

Dr. Jürgen Danyel
stellv. Direktor Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Florentine Nadolni
Leiterin Kunstarchiv Beeskow
und Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt

ab 15.30 Uhr:
Öffentliche Depotführungen
Workshop Wandbild mit dem Urban-Art-Duo Various & Gould

Ab 16.30 Uhr
Konzert mit Conny Bauer

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Frank Wahle, Madame Veto,
Aus der Mappe „Grafik zu Liedern der Französischen Revolution“
1989, Foto: A. Herrmann ©Frank Wahle
Präsentation im Schloss Biesdorf: „Grafik zu Liedern der Französischen Revolution. Ein Mappenwerk aus dem Jahr 1989“
noch bis 3. Juni 2019

Das Kunstarchiv Beeskow zeigt im Schloss Biesdorf in regelmäßigen Abständen Auszüge aus seinem Bestand. Die Präsentationen verweisen von Berlin aus auf die Kunstwerke aus der Zeit der DDR, die im brandenburgischen Beeskow seit den frühen 1990er Jahren bewahrt und erschlossen werden.

1988 gibt der Verband Bildender Künstler der DDR eine Grafikmappe in Auftrag, die zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution erscheinen soll. Warum, so könnte man fragen, wird eben jenes historische Ereignis gewählt, welches so ambivalent ist und eine komplexe Deutungsgeschichte mit sich führt? Die Herausgeberinnen und Herausgeber der Grafikmappe hatten einen spezifischen Aspekt im Blick: So betont der Kunstwissenschaftler Peter Pachnicke im beiliegenden Text die „sinnliche Überzeugungskraft“ der Menschen, die auf den Straßen von Paris um Anerkennung rangen. Dieses dort beschworene Pathos ist in den Grafiken der 16 Künstler, die je ein Blatt zu der Mappe beitragen, allerdings nicht zu sehen.

1989 erscheint „Grafik zu Liedern der Französischen Revolution“ mit der Beilage einer Schallplatte mit insgesamt 21 von Dieter Süverkrüp gesungenen Liedern, deren Texte aus der Zeit der Französischen Revolution stammen. „Ça Ira“, „Es geht ran!“, „Das ‚Mann‘ des Patrioten“ - auch wenn sich die Grafiken mit ihren Titeln auf jene Kampf- wie Liebeslieder beziehen, so spiegeln diese selten die Atmosphäre der Lieder. Hier begehrt kein Volk auf. In düsteren Visionen zeigen die Künstler in Lithografien, Radierungen und einem Siebdruck, zweifelnde Figuren, Massen, die erneut von einem König unterdrückt werden und Fratzen von zweifelhaften „Erben“, die bedrohlich nach vorn schreiten. Schwarz bestimmt viele der Kompositionen, seien es feine, zerbrechliche Arrangements oder mit dickem Strich geformte Figuren. Selbst die farbigen Blätter in diesem Kompendium sind ergriffen von dieser Drastik.

1989 erscheint „Grafik zu Liedern der Französischen Revolution“ mit der Beilage einer Schallplatte mit insgesamt 21 von Dieter Süverkrüp gesungenen Liedern, deren Texte aus der Zeit der Französischen Revolution stammen. „Ça Ira“, „Es geht ran!“, „Das ‚Mann‘ des Patrioten“ - auch wenn sich die Grafiken mit ihren Titeln auf jene Kampf- wie Liebeslieder beziehen, so spiegeln diese selten die Atmosphäre der Lieder. Hier begehrt kein Volk auf. In düsteren Visionen zeigen die Künstler in Lithografien, Radierungen und einem Siebdruck, zweifelnde Figuren, Massen, die erneut von einem König unterdrückt werden und Fratzen von zweifelhaften „Erben“, die bedrohlich nach vorn schreiten. Schwarz bestimmt viele der Kompositionen, seien es feine, zerbrechliche Arrangements oder mit dickem Strich geformte Figuren. Selbst die farbigen Blätter in diesem Kompendium sind ergriffen von dieser Drastik.

www.schlossbiesdorf.de

Schloss Biesdorf
Alt-Biesdorf 55
12683 Berlin
Tel.: 030 - 51 65 67 79-0

Öffnungszeiten:
täglich von 10 – 18 Uhr
freitags von 12 – 21 Uhr
dienstags geschlossen




Thomas Ranft, Lichtgleich, 2018 © Künstler
Ausstellung auf der Burg Beeskow: Landschaftssicht = Weltsicht?
CLARA MOSCH

noch bis 26. Mai 2019

Die von 1977 bis 1982 existierende Künstlergruppe CLARA MOSCH setzte sich aus den Anfangssilben der Nachnamen von Carlfriedrich Claus, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor-Torsten Schade (Kozik) zusammen. Die Gruppenphilosophie baute sowohl auf der kollektiven Ablehnung des sozialistischen Realismus wie auf dem Recht des freien bildnerischen Schaffens auf. So zogen sie einmal im Jahr aus, um neue Kunstformen im Freien auszuprobieren. Von Thomas Ranft und Herbert Schirmer initiiert, gab es im Jahr 2018 in Lübbenau/Spreewald mit einem dreiwöchigen Künstlersymposium eine Neuauflage. Neun bildende Künstlerinnen und Künstler aus Brandenburg und Sachsen trafen sich in der Wasserlandschaft, um der Frage „Landschaftssicht = Weltsicht? “ nachzugehen. Bei dieser Aktion war die Landschaft nicht als naturidentische Kulisse anzusehen, sondern als gestalteter Raum, der benutzt und durch den radi¬kalen Braunkohleabbau bedrängt und zerstört worden ist.

Die Schau in Beeskow zeigt zum einen Grafiken der Gruppe CLARA MOSCH aus den 1970er und 1980er Jahren, die aus dem Kunstarchiv Beeskow sowie einer privaten Sammlung stammen.
Zum anderen werden die Ergebnisse des letztjährigen Künstlersymposiums zu sehen sein sollte. Mit Arbeiten von Christiane Bergelt, Micha Brendel, Anne Heinlein, Madeleine Heublein, Ulrike Hogrebe, Gregor Torsten Kozik, Helge Leiberg, Osmar Osten und Thomas Ranft.

Das Symposium wurde von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Niederlausitz, den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz und der Stadt Lübbenau / Spreewald gefördert. Veranstalter: Freunde der Lübbenaubrücke e. V.

Burg Beeskow
Frankfurter Straße 23
15848 Beeskow

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr

Eintritt:
Tageskarte (Regionalmuseum,
Ausstellungszentrum) 8 €, erm. 6 €