Wolfgang Wegener (1933 - 2002)
Auf dem Bild mit der Staudengärtnerei von Karl Foerster (1874-1970) in Bornim, in deren unmittelbarer Nachbarschaft der Künstler lebte, sind die Reihen der Beete überschau- und begehbar – das Maß scheint noch der Gärtner zu sein. Seit 1910 hatte Karl Foerster das ca. 5.000 qm große Ackergelände im Norden von Potsdam zu einem Gartenreich verwandelt und seither seinen weltweit anerkannten Züchtungs- und Forschungsbetrieb durch alle Wirren der Jahrzehnte geführt. Er war als Züchter, Buchautor und Gartenphilosoph bereits zu Lebzeiten eine Legende. 1970 wurde die Gärtnerei mit 100 Mitarbeitern verstaatlicht und nannte sich „Bornimer Staudenkulturen“. Erst 1982 erhielt das VEG den Namen „Karl Foerster“ ehrenhalber wieder zurück. Wolfgang Wegener malte die Staudengärtnerei mehrfach, zu unterschiedlichen Zeiten und porträtierte zugleich ein zu dieser Zeit längst weltberühmtes Kleinod. Mit seinen Ansichten schildert er, wie sich der Garten im Laufe eines Jahres verwandelt – die Pflanzen, das Wetter, das Licht, die Farben. Der Künstler bewunderte den Gärtner und kam von Bild zu Bild dem Garten langsam näher.
(Simone Tippach-Schneider: Aus dem Katalog „Ein weites Feld. Landwirtschaft in der Malerei der DDR“, Ausstellung des Kunstarchivs Beeskow, 2005.)
Wolfgang Wegener,
Staudengärtnerei Förster im Winter, 1988, Öl auf Leinwand